Frühjahr 2016

17 Inklusionsbegleiter haben sich qualifiziert

Unter dem Projekttitel „Zamma“ fand in der VHS Unteres Remstal an drei Wochenend-Modulen seit Februar 2016 ein dritter Kurs der Diakonie Stetten statt, bei dem sich 17 Bürgerinnen und Bürger aus dem Rems-Murr-Kreis als ehrenamtliche Inklusionsbegleiter qualifizierten. Das Projekt wird von einem breiten kreisweiten Netzwerk unterstützt und von der Baden-Württemberg Stiftung in Kooperation mit der Lechler Stiftung gefördert. Am vergangenen Wochenende erhielten die Teil-
nehmenden in einer feierlichen Runde ihre Abschlusszertifikate.

Bürgerinnen und Bürger unter anderem aus Waiblingen, Fellbach, Schorndorf, Stuttgart, Owen, Schwaikheim und Backnang absolvierten erfolgreich den dritten Kurs des Projekts „Zamma“ der Diakonie Stetten und lernten dabei die Themen Behinderung und Inklusion, die Inhalte der UN-Behindertenrechtskonvention, Leichte Sprache sowie rechtliche Grundlagen in der Ehrenamtsarbeit kennen. Daneben erfuhren sie anhand praktischer Übungen, wie es sich anfühlt, mit einer Behinderung zu leben. Auch der respektvolle Umgang mit Menschen mit Behinderungen war Thema in den Kursen.

„Die Resonanz auf das Projekt ist überwältigend und in den drei vergangenen Kursen konnten wir viele Grundlagen für die ehrenamtliche Zusammenarbeit mit Menschen mit Behinderungen vermitteln“, berichtete Stephanie Flaus, Leiterin des Projekts und Diplompädagogin in der Diakonie Stetten. Bei einer anschließenden Interviewrunde mit dem Geschäftsführer des Bereichs Wohnen und Offene Hilfen der Diakonie Stetten, Karl-Heinz Klein, der ersten Bürgermeisterin der Stadt Waiblingen, Christiane Dürr, der Inklusionsbeauftragten der Stadt Waiblingen, Michaela Gamsjäger, Andreas Möhlmann, dem Vorstandsvorsitzendem der AWO Fellbach und Moderator Simon Maier vom Kreisjugendring Rems-Murr, wurde deutlich, dass bezüglich des Themas „Inklusion“ im Landkreis bereits gute Ansätze bestehen, diese jedoch kontinuierlich weiter ausgebaut werden müssen.

Anschließend überreichten die Podiumsteilnehmer den Inklusionsbegleitern ihre Zertifikate. Marta Hartusch ist eine der Teilnehmerinnen, die den Kurs erfolgreich absolvierte, weil sie „bereits seit langer Zeit nach einer Zusammenarbeit mit Menschen mit Behinderungen suchte“. Der Geschäftsführerin dreier Weltläden schwebt vor, eventuell in naher Zukunft einen Mensch mit Behinderung in ihren Weltläden zu beschäftigen. Die praktischen Übungen fand sie besonders bereichernd. „Die Übung im Dunkeln und das Gefühl sich auf völlig unbekanntem Terrain zu bewegen, waren für mich eine ganz neue Erfahrung. Ich habe gelernt, etwas geduldiger zu sein“, sagt Marta Hartusch. Auch Tamara Schwaderer aus Sechselberg-Althütte nahm am Kurs teil. Sie hatte in der Zeitung davon erfahren und begleitet regelmäßig einen Jungen mit Behinderung in der Schule. Sie will „noch einen besseren Einblick im Umgang mit Menschen mit Behinderungen bekommen“ und generell findet sie, dass jeder einmal solch einen Kurs machen sollte. „Viele Menschen haben Berührungsängste mit Menschen mit Behinderungen. Diese werden einem genommen“.  

Das Netzwerk, das den Kurs unterstützt hat, besteht aus den Fachstellen für Bürgerengagement in Waiblingen, Fellbach und Weinstadt, der Stabsstelle für Inklusion der Stadt Fellbach, der AWO Fellbach, dem Bürgernetz Kernen, dem Kreisjugendring Rems-Murr, dem Diakonischen Werk Württemberg und der VHS Unteres Remstal. Das auf drei Jahre angelegte Projekt läuft Ende 2016 aus. Alle Beteiligten sprechen sich dafür aus, dass es weitere Kurse geben und das entstandene Netzwerk gepflegt und wachsen soll.  

Als Symbol dafür, dass die Inklusionsbegleiter auch zukünftig bei ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit unterstützt und nicht im Regen stehen gelassen werden, bekamen alle einen Regenschirm mit dem Projektlogo überreicht.